Posts Tagged 'Wirtschaft'

Unterwegs zu einem zeitgemäßen Verständnis des globalen sozialen Wandels

von Roland Benedikter, 28.06.2011, Telepolis

Eine Einladung zur Debatte

Sozialer Wandel bedeutet im Obama-, Wen Jiabao-, Putin-, Sarkozy-, Cameron- und Merkel-Zeitalter nicht mehr nur lokaler, nationaler oder europäischer, sondern immer auch schon globaler Wandel. Mit dem Ende der neokonservativen Bush-Ära ging das Ende des Zeitalters der „monopolaren“ US-Vorherrschaft einher, die seit dem Fall der Berliner Mauer Wirtschaft, Politik und Kultur dominierte. Mit dem Amtsantritt Barack Obamas am 20. Januar 2009 erfolgt eine so seit Jahrzehnten nicht dagewesene Öffnung in Richtung einer multidimensionaleren und vielschichtigeren Welt. Damit ist sowohl eine Veränderung der sozialen Sphäre wie der in sie eingelagerten Kulturstimmung gekennzeichnet.

Die Frage für Zivilgesellschafter, Intellektuelle und Bürger lautet, was das bedeutet. Woran kann man sich in Zeitbezug und Aktualität orientieren? Welche Kernpunkte gilt es im Hinblick auf den sozialen Wandel der Gegenwart zu beachten? Und wie kann man lokale, nationale und internationale Veränderungsfaktoren so zusammenschauen, dass sie für die kreative Arbeit relevant werden?

Eine systemisch ausgerichtete Beobachtung des gegenwärtigen sozialen Wandels ergibt gewisse Grundelemente, an denen im Dickicht der Tagesereignisse und in der Tiefenambivalenz eines schier unübersehbar vielfältigen Veränderungsgeschehens Orientierung möglich ist. Dazu zählen u.a. folgende Elemente: Weiterlesen ‚Unterwegs zu einem zeitgemäßen Verständnis des globalen sozialen Wandels‘

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Kunstmarkt 2.0

Wer Kunst kauft, sammelt Status. Nirgendwo wird das deutlicher als in der Galerienszene. Jetzt will ein Internet-Start-up namens art.sy dafür sorgen, dass neben Geld auch wieder Geschmack regiert.

von Sven Behrisch, Das Magazin,11.6.2011

(Cleveland und Cliwich, die Gründer von art.sy, vor Jaume Plensas Skulptur „Echo“ in New York)

An der Ecke eine Autowerkstatt, am anderen Ende der Strasse, fast schon am Hudson River, ein Fussballplatz. Fabrikgebäude aus Ziegelstein. Ein Hund. Nichts deutet darauf hin, dass diese Strassen, von der 19. bis zur 29. im Westen Manhattans, den Mittelpunkt der internationalen Kunstwelt pflastern. Nichts ausser den schwarzen Limousinen und den Türen aus Milchglas, vor denen sie warten. Durch das Milchglas strahlt die Verheissung der Kunst; wie man an sie herankommt, was sie ist, das bleibt diffus. Das Milchglas der schweren, mit Edelstahl gerahmten Einlässe zu den Galerien im New Yorker Stadtteil Chelsea ist wie die Metapher ihres Geschäftsmodells, dem sich die reichsten und mächtigsten Geschäftsleute der Welt willig ergeben. Die dicken Türen, die Verschwommenheit sind Teil einer Wertschöpfungskette. Sie erzeugen Schwellenangst. Schwellenangst erzeugt Exklusivität. Und Exklusivität erzeugt Wert. So funktioniert die Logik des Kunstmarkts. Das wird sich Die zeitgenössische Kunst hat in den vergangenen dreissig Jahren einen Boom erfahren wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Die Preise haben sich vertausendfacht. Auf der ganzen Welt entstehen Sammlermuseen mit zeitgenössischer Kunst. In den Vorstandsräumen von Banken, wo vor dreissig Jahren noch die Gründer in Öl streng von holzgetäfelten Wänden blickten, stehen heute grosse abstrakte Kompositionen als Chiffren für Macht und Wagemut; Kunstmessen, allen voran die Art Basel, haben, was die Ansammlung von Geld und Prominenz angeht, die höfischen Feste der Feudalzeit abgelöst. Moderne Kunst ist überall, und das Gleiche gilt für die Sammler, die in Mexiko, Russland und vor allem in China gigantische Kollektionen anhäufen. Doch die Globalisierung ändert die Spielregeln des Markts. Transparenz wird gefragt sein statt Verschwiegenheit, Zugang statt Abschottung, Dauerpräsenz statt Wechselausstellung. Mit einem Wort: das Internet. Der Kunstmarkt ist das letzte grosse Geschäftsfeld, auf dem es noch keine Wurzeln gefasst hat. Amazon hat den Buchmarkt, iTunes den Musikmarkt, Blogs und der Onlineversand haben den Modemarkt radikal verändert. Ähnliches bahnt sich nun auch im Kunstmarkt an. Die Folgen für Sammler und Händler werden dramatisch sein. Vielleicht auch für die Kunst selbst.

Noch aber ist alles beim Alten in Chelsea. Noch haben die Galerien exklusiven Zugang zu den neuesten Arbeiten der begehrten Künstler, noch können sie Hunderttausende oder Millionen dafür verlangen. Fest muss man an den Wert der Kunst glauben, der solche Preise rechtfertigt, so fest, wie man die Türen aufstossen muss, um ins Innere der Galerien zu gelangen. Eine sieht aus wie die andere: weisse nackte Wände, Decken, hoch wie Kirchenschiffe. Zwei Skulpturen, schwarz-weiss gestreift, 450 000 Dollar das Stück; Fotografien einer Rokoko-tapete, acht Meter hoch, Preis auf Anfrage. Installationen von Plexiglaskästen auf Sockeln aus Gips, Sinn auf Nachfrage. Doch bei wem? In der Nähe des Eingangs steht ein weisser Tisch mit einem weissen Apple-Bildschirm. Dahinter ein Model mit grosser Hornbrille und schwarzen Strümpfen. Alles schweigt. Niemand grüsst. Keiner hilft. Aber alle wollen rein. Weiterlesen ‚Kunstmarkt 2.0‘

„Kein Schwein interessiert sich für Inflation“

Die Inflation ist ein deutsches Trauma, das alle bewegt – oder doch nicht? Matthias Horx glaubt, dass sich die Bundesbürger kaum Gedanken über die Geldentwertung machen. Im Interview spricht der Zukunftsforscher auch über schwarz-rot-goldene Zukunftsangst und seine Abneigung gegenüber Aktien. Weiter

Objekt zur (Finanz-)Krise

ein Kunstobjekt von Thomas Moor (BA Medien&Kunst – Bildende Kunst)

Handliche Hunderternoten zu verschiedenen Verwendungszwecken.
Diese geschredderten Hundertfrankennoten (8. Serie/1995) werden zum Verkauf angeboten. Der Kaufpreis verhält sich linear zum Wert der geschredderten Noten, gemessen wird dieser anhand des Gewichts (eine Hundertfrankennote wiegt 1,099 Gramm). Die meisten angebotenen Portionen bewegen sich zwischen 3 und 5 Gramm (CHF 272.95 bzw CHF 454.95), gerne wird aber natürlich auch auf individuelle Grössenwünsche eingegangen. Für Studierende bieten sich die 1-Gramm-Budget Portions an (CHF 91.00), für Kunstsammlerinnen und Kunstsammler mit grösserem Kunstinteresse werden natürlich auch Deluxe Bags mit bis zu 200 Gramm (CHF 18’198.35) angeboten.
Bei Interesse im weitesten Sinne kontaktieren Sie bitte Thomas Moor (2. Semester VBK ZHdK) unter thomas.moor@zhdk.ch. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Weitere Fotos:  Weiterlesen ‚Objekt zur (Finanz-)Krise‘

The Great Contemporary Art Bubble (2009)

Dokumentarfilm von Ben Lewis; Trailer und die ersten 8 min des Filmes.

Szenarios für die Kultur- und Kreativwirtschaft in NRW 2020

Hier kann die Publikation von CREATIVE.NRW mit einem Grundlagentext von Holm Friebe und Bastian Lange  runter geladen werden.
Im Auftrag von CREATIVE.NRW haben Holm Friebe und Bastian Lange untersucht, welche Rolle die Kultur- und Kreativwirtschaft für Innovationen in anderen Branchen spielt. In ihrem Grundlagentext fordern sie eine Abkehr vom rein technologisch geprägten Innovationsbegriff. Mit dem Konzept der „Innovationsökologien“ geben sie Akteuren aus Stadtplanung, Wirtschafts- und Kulturförderung ein Modell zur Förderung transdisziplinärer Innovationsprozesse an die Hand.

Ausschnitt S. 59: 10 Thesen zur Zukunft der Kultur- und Kreativwirtschaft

Basil Rogger: Design und Trend

hier kann man das PDF zum Inputreferat von Basil Rogger zum Thema „What’s next? – Design und Trend nach der Krise“ downloaden : Design_Trend