Archive for the 'philosophy' Category

Symposion WHAT’S NEXT? – Videos online

Die Video-Mitschnitte der Vorträge vom Symposion WHAT’S NEXT? sind online unter Vorträge.
Zu hören und zu sehen sind: Aram Bartholl (Berlin): What‘s next? – Getting real: Post-Internet, Matthias Böttger (Raumtaktik / DAZ Berlin): What‘s next? – Talking Futures: Räume von morgen, Holm Friebe (Zentrale Intelligenz Agentur, Berlin): What’s next? – Szenarios für die Kultur- und Kreativwirtschaft, Johannes M. Hedinger (Com&Com / ZHdK Zürich): What’s next? – Postirony and Global Art, Timo Meisel (Universität Köln / Berlin): What’s next? – Design, Torsten Meyer (Universität Köln): What’s next? – Art Education, Sebastian Plönges (Universität Hamburg /@autopoiet): What’s next? – Society, Konstanze Schütze (Universität Köln / Dresden): What was next? – (post)conceptual Art, Wey-Han Tan (Universität Hamburg): What’s next? – second order gaming.

Kunstmarkt 2.0

Wer Kunst kauft, sammelt Status. Nirgendwo wird das deutlicher als in der Galerienszene. Jetzt will ein Internet-Start-up namens art.sy dafür sorgen, dass neben Geld auch wieder Geschmack regiert.

von Sven Behrisch, Das Magazin,11.6.2011

(Cleveland und Cliwich, die Gründer von art.sy, vor Jaume Plensas Skulptur „Echo“ in New York)

An der Ecke eine Autowerkstatt, am anderen Ende der Strasse, fast schon am Hudson River, ein Fussballplatz. Fabrikgebäude aus Ziegelstein. Ein Hund. Nichts deutet darauf hin, dass diese Strassen, von der 19. bis zur 29. im Westen Manhattans, den Mittelpunkt der internationalen Kunstwelt pflastern. Nichts ausser den schwarzen Limousinen und den Türen aus Milchglas, vor denen sie warten. Durch das Milchglas strahlt die Verheissung der Kunst; wie man an sie herankommt, was sie ist, das bleibt diffus. Das Milchglas der schweren, mit Edelstahl gerahmten Einlässe zu den Galerien im New Yorker Stadtteil Chelsea ist wie die Metapher ihres Geschäftsmodells, dem sich die reichsten und mächtigsten Geschäftsleute der Welt willig ergeben. Die dicken Türen, die Verschwommenheit sind Teil einer Wertschöpfungskette. Sie erzeugen Schwellenangst. Schwellenangst erzeugt Exklusivität. Und Exklusivität erzeugt Wert. So funktioniert die Logik des Kunstmarkts. Das wird sich Die zeitgenössische Kunst hat in den vergangenen dreissig Jahren einen Boom erfahren wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig. Die Preise haben sich vertausendfacht. Auf der ganzen Welt entstehen Sammlermuseen mit zeitgenössischer Kunst. In den Vorstandsräumen von Banken, wo vor dreissig Jahren noch die Gründer in Öl streng von holzgetäfelten Wänden blickten, stehen heute grosse abstrakte Kompositionen als Chiffren für Macht und Wagemut; Kunstmessen, allen voran die Art Basel, haben, was die Ansammlung von Geld und Prominenz angeht, die höfischen Feste der Feudalzeit abgelöst. Moderne Kunst ist überall, und das Gleiche gilt für die Sammler, die in Mexiko, Russland und vor allem in China gigantische Kollektionen anhäufen. Doch die Globalisierung ändert die Spielregeln des Markts. Transparenz wird gefragt sein statt Verschwiegenheit, Zugang statt Abschottung, Dauerpräsenz statt Wechselausstellung. Mit einem Wort: das Internet. Der Kunstmarkt ist das letzte grosse Geschäftsfeld, auf dem es noch keine Wurzeln gefasst hat. Amazon hat den Buchmarkt, iTunes den Musikmarkt, Blogs und der Onlineversand haben den Modemarkt radikal verändert. Ähnliches bahnt sich nun auch im Kunstmarkt an. Die Folgen für Sammler und Händler werden dramatisch sein. Vielleicht auch für die Kunst selbst.

Noch aber ist alles beim Alten in Chelsea. Noch haben die Galerien exklusiven Zugang zu den neuesten Arbeiten der begehrten Künstler, noch können sie Hunderttausende oder Millionen dafür verlangen. Fest muss man an den Wert der Kunst glauben, der solche Preise rechtfertigt, so fest, wie man die Türen aufstossen muss, um ins Innere der Galerien zu gelangen. Eine sieht aus wie die andere: weisse nackte Wände, Decken, hoch wie Kirchenschiffe. Zwei Skulpturen, schwarz-weiss gestreift, 450 000 Dollar das Stück; Fotografien einer Rokoko-tapete, acht Meter hoch, Preis auf Anfrage. Installationen von Plexiglaskästen auf Sockeln aus Gips, Sinn auf Nachfrage. Doch bei wem? In der Nähe des Eingangs steht ein weisser Tisch mit einem weissen Apple-Bildschirm. Dahinter ein Model mit grosser Hornbrille und schwarzen Strümpfen. Alles schweigt. Niemand grüsst. Keiner hilft. Aber alle wollen rein. Weiterlesen ‚Kunstmarkt 2.0‘

Vom Lauf der Dinge

Ein Modell zur Krise von Cedric N. (BA Design – Visuelle Kommunikation).

Zu oft setzen wir Krise einer Art Katastrophe gleich. Wir befinden uns im Ungewissen und suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Wir finden diesen für gewöhnlich, müssen uns aber rückblickend fragen, ob wir nicht den einfachsten Weg gewählt haben und uns vor etwas Vielversprechendem, etwas Neuem aus Angst verschlossen haben, nur um das existierende System zu bewahren. Diese Angst gilt es zu überwinden, um den Fortschritt nicht hinauszuzögern.

Mein Versuch ist es, ein Paradigma durch ein visualisiertes Krisenmodell laufen zu lassen, wo mich neben dem Prozess auch besonders die Resultate interessieren.

Ein Paradigma—das kann in diesem Zusammenhang jegliche Art von Ding oder Gedanke sein—befindet sich nach der Geburt in einem stabilen, festen Zustand. Es ist neu.

Das Paradigma ist allerdings nicht alleine und wird von vielen Faktoren in seiner Umwelt direkt oder indirekt beeinflusst. Weiterlesen ‚Vom Lauf der Dinge‘