Vom Lauf der Dinge

Ein Modell zur Krise von Cedric N. (BA Design – Visuelle Kommunikation).

Zu oft setzen wir Krise einer Art Katastrophe gleich. Wir befinden uns im Ungewissen und suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Wir finden diesen für gewöhnlich, müssen uns aber rückblickend fragen, ob wir nicht den einfachsten Weg gewählt haben und uns vor etwas Vielversprechendem, etwas Neuem aus Angst verschlossen haben, nur um das existierende System zu bewahren. Diese Angst gilt es zu überwinden, um den Fortschritt nicht hinauszuzögern.

Mein Versuch ist es, ein Paradigma durch ein visualisiertes Krisenmodell laufen zu lassen, wo mich neben dem Prozess auch besonders die Resultate interessieren.

Ein Paradigma—das kann in diesem Zusammenhang jegliche Art von Ding oder Gedanke sein—befindet sich nach der Geburt in einem stabilen, festen Zustand. Es ist neu.

Das Paradigma ist allerdings nicht alleine und wird von vielen Faktoren in seiner Umwelt direkt oder indirekt beeinflusst. Sie existieren nicht nur nebeneinander, sondern auch ineinander. Früher oder später ereignet sich ein Konflikt mit einem Faktor, wo das Paradigma nicht mehr stimmt und gestört ist. Es wird erschüttert und gerät sofort in einen instabilen Zustand.

Dieser Zustand ist sehr diffus, jedoch ist das Paradigma offen für Eingriffe. Die Stärke des Eingriffes entscheidet darüber, ob das Paradigma durch eine Bewahrung kurzfristig gerettet wird und in eine vermeintlich stabile Form zurückgeführt wird oder ob man ein neues Paradigma daraus erschafft, welches den aktuellen Faktoren besser angepasst ist und mit seiner Funktion zumindest über eine längere Zeit Gültigkeit behält.

Wie Basil in seinem Workshop angesprochen hat, ist die Angst vor Neuem sehr gross. Besonders dann, wenn uns das Neue direkt betrifft und wir diesem nur schwer aus dem Weg gehen können. Dies zeigt, dass wir sehr konditionierte Wesen sind, die Veränderungen in der Umwelt, wenn nicht gezielt gesucht, als unangenehm empfinden. Das Alte liegt uns mit seiner Vertrautheit und unserer Erfahrung oft näher. Je komplexer ein Paradigma ist, umso mehr zögern wir dieses fallen zu lassen und verpassen damit vorläufig die Chance, etwas effizienteres zu entwickeln, das auf längere Zeit weitaus weniger Probleme verursacht.

Die Neuorientierung einer Leitideologie stellt sich als äusserst schwierig dar. Die Konditionierung bringt uns dazu, die Leitideologie nicht einmal in Frage zu stellen, trotz eines instabilen Zustandes. Reflexartig suchen wir nach der einfachsten, praktikabelsten Lösung. Es ist wichtig aus diesen einengenden Denkmodellen ausbrechen zu können.

Mein Modell soll helfen, Krisen in einer abstrakten Ansicht sachlich diskutieren zu können.

PDF herunterladen: Vom Lauf Der Dinge

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