Ein performatives Experiment zu „What’s Next?“

von Claudia Ginocchio  (BA Vermittlung von Kunst und Design)

„Die Zukunft wird bunt sein….Sie ist nicht in Stein gemeisselt…. Wir können sie mitgestalten.“
Das ist mir besonders geblieben aus  dem „Fazit“, welches wir von dem Designer und Philosophen Basil Rogger erhalten hatten.

Die Woche des Z-Modul mit Studenten aus verschieden Disziplinen der ZHdK und kompetenten Dozenten aus den Bereichen Kunst,  Design, Theater,  Musik, Film, Neue Medien und Philosophie hat extrem viele Inputs und ein flimmerndes und kreisendes Sammelsurium im Kopf veranstaltet. Es hat mich dazu bewogen ebenfalls etwas aus der bunten Mischung dieser kreativen Kräften wiederzugeben. Ich wollte ein  interdisziplinäres Gemeinschaftswerk entstehen lassen und es sollte etwas mit meiner vorherigen Arbeit, der Malerei, zu tun haben. Ich wollte aber auch die Chance der „Neuen Medien“ nicht verpassen. Eine Performance schien mir geeignet, um etwas Neues, Vielfältiges zu verwirklichen.

Das eine ist die Idee, das Konzept, der Entwurf und eine Vorstellung, wie etwas sein könnte. Auf dem Leinwandbild sollte jede/r  Student/in einen Begriff oder ein Symbol als Antwort auf die Frage: „Was kommt nach der Krise?“ schreiben oder zeichnen. Das Thema hat uns die ganze Woche beschäftigt und sollte für alle ohne weiteres möglich sein.

Mit verschiedenen Pinseln, Farben und einem Malkittel sollten sie in die Position des Akteurs steigen und sich beteiligen an dem kooperativen Werk.

Ich war gespannt , ob die Studenten sich darauf  einlassen würden. Und was für ein übermaltes Gebilde herauskommen würde, denn es ist doch eine Herausforderung, ein  Statement auf ungewohntem Material vor laufender Kamera live ohne Probe abzugeben. Statt mit  Tastatur und Löschtaste, nun das Medium der „klassischen Malerei“ auf Leinwand.

Das Andere ist die Durchführung. Es wird ein Produkt entstehen. Mindestens eins.  Das Bild und die digitale Filmaufnahme. Ich habe zum ersten Mal eine Videokamera mit Stativ von der ZHdK aus der Materailausleihe geholt. Und ich habe zum ersten Mal eine Videkamera bedienen müssen. Ich liebe Film und Fotografie, habe aber nicht den selbstverständlichen Zugang zur Technik wie die jüngere Generation dazu. Dafür habe ich ihnen aber kurz eine Möglichkeit zu dem Medium verschafft, zu dem sie grösstenteil kaum Zugang haben, denke ich.

Es ist den Versuch wert.

Vorgestellt habe ich mir ein Bild, dass mit vielen Worten, Begriffen übermalt wird, unleserlich wird und somit wieder unsichtbar und das Geschriebene ausgelöscht. Ein kräftiges , selbstbewusstes eventuel Graffitibild. Stattdessen haben die StudentInnen sich lieber der Zeichnung und symbolhaften Sprache bedient. Es war interessant, dass nur der Dozent und ich das geschriebene Wort auf die Leinwand gebracht haben. Es war aber eine Art Geschichte entstanden. Es gab eine grosse Sonne, dann eine Grafik, die umgedeutet wurde zu einer Berglandschaft auf der eine Kuh steht und am Himmel grüne Hoffnungspunkte zum Prangen kamen und dann noch das Erdige einer grünen Wiese. Auch Farben wurden gemischt. Zwischendrin hat jemand die Aufmerksamkeit aus dem Bild auf „die Aufhängung“ nach der Krise geleitet, indem er sie rot angemalt hatte (und vielleicht den roten Faden damit gemeint?).

Spannend war auch zu sehen, dass sich nach einiger Hemmung, fast alle in die Künstlerpositiongestellt haben. Das fand ich mutig und hatte ich gehofft. Es war nicht selbstverständlich. Alle haben mitgestaltet.

Was von dieser Performance noch als drittes bleibt, ist der Film im Kopf. Ich habe mir so lange vorgestellt wie die Situation sein wird und versucht, so gut wie möglich zu planen, was es an Material und einführenden Worten braucht. Nun ist das Zukünftige  schon wieder Vergangenheit und lebt in der Erinnerung. Das Neue ist schon wieder nicht mehr neu.

Aber die ganze Woche der Vermittlung der grossen Palette von Kunst lebt weiter und ist unbedingt bereichernd und stimulierend. Eine gute Erfahrung im Rucksack.

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