Archiv für Februar 2011

Objekt zur (Finanz-)Krise

ein Kunstobjekt von Thomas Moor (BA Medien&Kunst – Bildende Kunst)

Handliche Hunderternoten zu verschiedenen Verwendungszwecken.
Diese geschredderten Hundertfrankennoten (8. Serie/1995) werden zum Verkauf angeboten. Der Kaufpreis verhält sich linear zum Wert der geschredderten Noten, gemessen wird dieser anhand des Gewichts (eine Hundertfrankennote wiegt 1,099 Gramm). Die meisten angebotenen Portionen bewegen sich zwischen 3 und 5 Gramm (CHF 272.95 bzw CHF 454.95), gerne wird aber natürlich auch auf individuelle Grössenwünsche eingegangen. Für Studierende bieten sich die 1-Gramm-Budget Portions an (CHF 91.00), für Kunstsammlerinnen und Kunstsammler mit grösserem Kunstinteresse werden natürlich auch Deluxe Bags mit bis zu 200 Gramm (CHF 18’198.35) angeboten.
Bei Interesse im weitesten Sinne kontaktieren Sie bitte Thomas Moor (2. Semester VBK ZHdK) unter thomas.moor@zhdk.ch. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.“

Weitere Fotos:  Weiterlesen ‚Objekt zur (Finanz-)Krise‘

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Opening bei Charlies Contemporary

eine Kurzgeschichte von Maya Wipf (BA Medien&Kunst – Vertiefung Fotografie)

Richtig festlich und chic ist die Stimmung in der Galerie. Die Sonne brennt draussen auf den Asphalt, aber drinnen ist es angenehm kühl. Die ersten Gäste sind bereits zur Vernissage erschienen und nippen an ihren Weingläsern, degustieren die amuse bouches und lächeln, einige natürlich, einige aufgesetzt oder vielleicht können sie einfach nicht mehr anders.

Emma hat soeben ihre Freundin Kirsty auf der anderen Seite des Raumes entdeckt und schnappt sich noch schnell ein neues Gläschen Cava bevor sie auf ihren High Heels über das Parkett stöckelt und Kirsty freudig in die Arme schliesst. „Gut siehst du aus, tolles Kleid“, schwärmt Emma. Kirsty bedankt sich und gibt Komplimente zurück. „Die neue Frisur steht dir und die Farbe deines Hutes passt ausgezeichnet zum Lippenstift. Sie wäre ganz zufällig in der Gegend gewesen als ihr wieder eingefallen sei, dass heute die Vernissage bei Charlies Contemporary stattfände, meint Emma und da sei sie ganz spontan vorbeigekommen. Weiterlesen ‚Opening bei Charlies Contemporary‘

Krisograph – Soziale Medien in der Kunst

Eine Installation von Sebastian Pape (BA Design – Interaction Design)

In der Installation KRISOGRAPH stellt ein Projektor Wörter auf einer Wand dar, die herauszubrechen scheinen. Die Löcher in der Wand zeigen Schlüsselworter aktueller, weltweiter Krisenthemen. Die Wand dient somit als Medium zwischen Informationen des aktuellen Weltgeschehens und dem Betrachter.

Ein Computerprogramm selektiert nach logischen Regeln die aktuellen Schlagwörter von dem Sozialen Netzwerk Twitter und liefert damit den Input für die Installation. Die digitale Information wird durch den Projektor auf die Wand übertragen, so dass vor dem Auge des Betrachters die Löcher in der Wand entstehen.

Bei dieser Installation handelt es sich nicht um eine starre Manifestation. Werden im Sozialen Netzwerk Twitter zu einem be- stimmten Krisenthema keine Beiträge mehr verfasst, so verschwinden die Löcher in der Wand und machen Platz für neue krisen- behaftete Schlüsselwörter.

Die Installation KRISOGRAPH soll Betrachter aufmerksam machen und auf aktuelle Krisenthemen hinweisen und sensibilisieren. Beim längeren betrachten der Installation kann mann beobachten wie Krisen, symbolisiert durch ein Keywort, auftauchen und auch wieder verschwinden. Ob die Wand jemals ohne Löcher bleibt?

Hier die KRISOGRAPH – Dokumentation – Sebastian Pape – ZHdK ansehen.

Krise als Treibstoff der Kreativität?

von Timm Bartal (BA Musik – Klavier – Klassik)
Im Workshop von Clemens Bellut haben wir zwei Arten von Krisen unterschieden: Einerseits, die Zuspitzung einer kritischen Lage, welche man mit allen Mitteln versucht zu verhindern. Es kommt nicht zur eigentlichen Krise und die Situation vor und nach der kritischen Lage ist die Gleiche. Im anderen Fall kommt es aber tatsächlich zur Krise und die Situation danach ist irreversibel.
Es ist durchaus so, dass wenn wir von der Finanzkrise sprechen, in gewissen Fällen die zweite Art von Krise zutrifft. Einige Nationen, aber vor allem die untere Gesellschaftsschicht traf es sehr hart. Natürlich haben auch Kaderleute im Wirtschaftssektor enorme Einbussen erlebt und unter Umständen ihre Arbeit verloren. Doch glaube ich, dass sie dadurch nicht in existenzielle Not gerieten, wie etwa arme Menschen.
Genau diese existenzielle Not unterscheidet die zwei Arten voneinander. Hat man von der Situation vor der Zuspitzung der Lage profitiert und hat zudem die nötigen Mittel dazu, die endgültige Krise zu verhindern, wird man dies mit aller Kraft versuchen. Da nützt es auch nicht, die Mängel der vorherigen Situationen analysiert und erkannt zu haben. Das altbekannte und vertraute Wohl blendet und führt dazu, dass man danach gleich weiterfährt wie zuvor. Weiterlesen ‚Krise als Treibstoff der Kreativität?‘

Vom Lauf der Dinge

Ein Modell zur Krise von Cedric N. (BA Design – Visuelle Kommunikation).

Zu oft setzen wir Krise einer Art Katastrophe gleich. Wir befinden uns im Ungewissen und suchen verzweifelt nach einem Ausweg. Wir finden diesen für gewöhnlich, müssen uns aber rückblickend fragen, ob wir nicht den einfachsten Weg gewählt haben und uns vor etwas Vielversprechendem, etwas Neuem aus Angst verschlossen haben, nur um das existierende System zu bewahren. Diese Angst gilt es zu überwinden, um den Fortschritt nicht hinauszuzögern.

Mein Versuch ist es, ein Paradigma durch ein visualisiertes Krisenmodell laufen zu lassen, wo mich neben dem Prozess auch besonders die Resultate interessieren.

Ein Paradigma—das kann in diesem Zusammenhang jegliche Art von Ding oder Gedanke sein—befindet sich nach der Geburt in einem stabilen, festen Zustand. Es ist neu.

Das Paradigma ist allerdings nicht alleine und wird von vielen Faktoren in seiner Umwelt direkt oder indirekt beeinflusst. Weiterlesen ‚Vom Lauf der Dinge‘

Theater – Ein Selbstversuch

von Nora Schiedt (BA Vermittlung von Kunst und Design)

Das Theater der Zukunft

Das einzige, was ich von meinem letzten Besuch im Theater noch weiss, ist, dass da gar keine richtige Bühne war, sondern nur eine Fläche, von der drei Seiten mit Bänken umrandet waren. Und dass die Schauspieler ihre eigenen Kleider trugen; zum Beispiel T-Shirt, Jeans und Chüeligurt. Auf der Bühne herrschte ein ziemliches Chaos und obwohl Othello eigentlich dunkelhäutig ist, war da kein solcher Mann. Eine Szene, in der ein Akteur während einem Gerangel so weit entblösst wurde, dass ich zweifelte, ob das beabsichtigt war oder nicht, bescherte mir Unbehagen.
Später an jenem Abend, als ich den Theatersaal verliess, war ich der festen Überzeugung, dass das kein gelungenes Erlebnis war; dass entweder ich nichts gerafft habe, oder die Aufführung schlecht war. Ich hatte keinen Schimmer, wie Shakespeare das ehemals gemeint hat mit der Geschichte von Othello, denn gelesen hatte ich das Drehbuch nicht, und die Neuinterpretation forderte meine Aufmerksamkeit anderswo.

Im Rahmen der Projektwoche „What’s next? Kunst nach der Krise“ an der ZHdK sprachen Referenten aus den verschiedensten Bereichen der Kunst zu der mehr oder weniger krisengeprägten Situation und den sich abzeichnenden Tendenzen für die Zukunft. Auch die Lage des Theaters wurde analysiert.

Mit Begeisterung für sein Fach erzählte Imanuel Schipper, dass Bühne und Zuschauerraum längst keine klar getrennten Bereiche mehr seien; dass das Vorhandensein eines Publikums in Theaterstücke eingebaut werden könne. Kabel und Technik würden offengelegt, Tricks kaum mehr vertuscht. Im Theater von heute dürften Schauspieler auch mal ihre Identität behalten und ganz unabhängig von einem Drehbuch ein Paar Sätze ans Publikum richten. Die Grenze zwischen Realität und Bühne würde aufgebrochen. Nicht mehr einzelne Produktionen der Hochkultur stehen im Fokus sondern gesellschaftliche Themen. Zuschauer übernehmen die wichtige Rolle, während der Schauspieler sich selbst bleibt. Weiterlesen ‚Theater – Ein Selbstversuch‘

Kaufen für die Müllhalde

von Nicole Zaugg (BA Design – Vertiefung Style&Design)


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Als ich letzte Woche am Abend spät von der Arbeit nach Hause kam, sah ich zufälligerweise die letzten Minuten des Dokufilms „Kaufen für die Müllhalde“. Der Film behandelt das Thema der heutigen Konsumgesellschaft und wie es dazu kam.
Am nächsten Abend habe ich auf der Homepage von Arte den ganzen Film nachgeschaut, weil ich mich täglich mit dem Thema Konsumgesellschaft in Berührung komme aber auch, weil ich fand er passe sehr gut zum laufenden Modul „What’s Next“.

Das Bedürfnis nach Neuem hat sich in der westlichen Gesellschaft derart durchgesetzt, dass wir es als „normal“ empfinden.
Shoppen bezeichnen viele Menschen (dazu gehöre auch ich) als ihr Hobby.  Früher ging ich jeden Samstag oder sogar mehrmals die Woche in den H&M und weitere Läden dieser Art. Ich gab viel Geld für Kleider aus, welche mir nach wenigen Monaten nicht mehr gefielen. Sie waren dann alt, nicht mehr so trendy, meistens waren sie aber auch verzogen, weil die Qualität so mies ist.
Irgendwann habe ich aber damit angefangen, mir vor jedem Kauf die Frage zu stellen, ob ich diese Dinge wirklich brauche,  die da vor mir liegen. Brauchen tu ich sie natürlich nicht. Also verzichte ich auf den Kauf. Weiterlesen ‚Kaufen für die Müllhalde‘